Wiesngottesdienst O´zapft is – Schöpfen aus dem Vollen
Von Stefanie Bessler | in Neues | am 20-10-2011
Von Katrin Fecher, Jugendpflegerin, Jugendstelle Bogenhausen
An einem schönen Spätsommerabend des 25. Septembers, pünktlich zur Halbzeit der Wiens, feierten 150 junge Menschen einen Gottesdienst der etwas anderen Art:
Die Jugendkirche ist festlich blau-weiß geschmückt. Statt Kirchenbänken stehen Bierbänke und Biertische im Kirchenraum, der Altar ist in blau-weißes Licht getaucht, die Bayernflagge schmückt den Altar. Fast alle Besucher kommen im traditionellen Wiesnoutfit, was für diese Tage fast selbstverständlich erscheint. Mit Stolz werden Dirndl und Lederhosen getragen. Einige kommen direkt von der Wiesn zum Gottesdienst. Beim Betreten der Kirche fühlen sich viele unsicher und sind irritiert. Wahrscheinlich haben sie eine ganz „normale“ Kirche erwartet. An den befremdlich veränderten Kirchenraum müssen sie sich erst gewöhnen.
Doch nachdem Pfarrer Manfred Rütsche eingezogen ist und den Gottesdienst eröffnet hat, scheinen sich alle auf die Andacht einlassen zu können. Die Jugendband und der Jugendchor St. Emmeram begleiten den Gottesdienst musikalisch. Zu Beginn erzählen Jugendliche aus der Pfarrei warum sie gerne auf die Wiesn gehen und warum sie gerne Teil der Kirche sind: Weil es schön ist ein Teil einer Gemeinschaft zu sein! Teil der Wiesngemeinschaft, weil sie dort mit fremden Menschen feiern können, auch ohne sie zu verstehen. Teil der Kirche, weil sie in der Jugend gemeinsam mit Anderen Gemeinschaft erleben.
Zwischen Wiesn feiern und Gottesdienst feiern gibt es viele Parallelen. Allerdings hat die Gemeinschaft in der Kirche noch einen entscheidenden Pluspunkt: Wir Christen treffen uns um eine Mitte und feiern Gottesdienst. Wir glauben an eine Kraft, die uns Halt und Unterstützung gibt. An einen Gott, an den wir uns wenden können, wenn wir alleine nicht mehr weiter wissen.

Eines ist mir persönlich in dem Messe bewusst geworden: Es ist gut wenn ich ausgelassen, fröhlich und friedlich zum Feiern gehen kann. Es ist aber auch gut mich von Zeit zu Zeit auf mich selbst und auf Gott zu besinnen, denn dann kann ich auftanken und ganz bei mir sein.
Nach dem Gottesdienst waren alle noch zu einem gemütlichen Ausklang bei Brezn, Bier und Saft eingeladen. Wenn es nach einigen Besuchern ginge, war das nicht der letzte Gottesdienst dieser Art, der von der Jugendstelle Bogenhausen veranstaltet wird.



