Im Dunklen trafen wir uns im Stuhlkreis und erzählten von unseren unterschiedlichen Sonntagsgestaltungen. Einfach den Tag hinter sich lassen, sich frei machen und bei Gott ankommen. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg Jesu und landeten auf einem hohen Berg.
Was dort passierte, gleicht eher einem Fantasyfilm: Jesus strahlt plötzlich gleißend hell – so rein – und neben ihm erscheinen Moses und Eliah. Aus einer leuchtenden Wolke spricht es: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören“ (Mt17,5).
Kann man sich vorstellen, was diese Szene in einem auslöst? Angst, Verwirrtheit, Chaos? Zum Glück ist Jesus als Mensch wieder da, reißt die Jünger aus ihrer Starre und spricht: „Steht auf, habt keine Angst!“ (Mt17,7). Doch was hat das alles zu bedeuten?
Nach einem Blick ins Alte Testament wird doch einiges verständlicher: Jeder kennt die Erzählung von Mose, der ebenfalls auf einen Berg stieg, dort die 10 Gebote empfing und mit Strahlen um den Kopf wieder hinabstieg. Um Gott zu begegnen, soll man sich wohl bewusst auf den Weg machen, aus seinem Alltag aussteigen, sich frei machen und auf ihn konzentrieren. Die hellen Strahlen, ein Symbol für Göttlichkeit, finden ihre größtmögliche Steigerung in Jesus, der durch und durch in dieser Helligkeit erscheint – gleichsam Gott. In der Schrift heißt es, dass Elija vor dem Messias auf die Erde zurückkommen wird (Mal 3,23). Er, der nicht gestorben, sondern entrückt wurde und in einem Wirbelsturm in den Himmel fuhr (2Kön 2,11).
Also sind die zwei Männer Beweis dafür, dass Jesus Gottes Sohn ist? Gott spricht klare Worte, er bestätigt die Macht Jesu. Er fordert uns auf, Jesus zu folgen, ihm zu gehorchen. Doch ist das so einfach? Ist es denn so klar und eindeutig, dass Jesus, der Messias, Gottes Sohn ist? Wenn ja, was für Folgen hat dies für jeden einzelnen von uns?
Als die Jünger mit Jesus den Berg verließen, werden sie wohl kaum alles verstanden haben. Viele ihrer Fragen werden den unsrigen geglichen haben und doch unterscheidet uns ein Vorteil von ihnen damals. Wir wissen jetzt schon von Ostern! Die Freude, das größte Geschenk. Das blieb den Jüngern damals noch verborgen.
So lasst uns doch die verbliebene Fastenzeit nutzen! Stellen wir uns diese elementaren Fragen: Was ist dort auf dem Berg geschehen? Was bewirkt das in mir? Nehmen wir das mit hinab in unseren Alltag, in unser Leben, auf unseren Weg! Und doch dürfen wir gewiss sein, durch Jesus spricht Gott zu jedem von uns: Du bist mein geliebtes Kind.
Für die Jugendkirche München: Marleen Eckes